Eine Verletzung am Körper ist für jeden sichtbar. Doch was passiert, wenn die Wunde nicht auf der Haut, sondern auf der Seele liegt? Mit unserer Kampagne #UnsichtbaresLeid wollen wir genau dort hinsehen, wo viele wegblicken: auf die psychischen Folgen von Auslandseinsätzen der Bundeswehr.
In vier eindringlichen Kurzfilmen geben wir dem Leiden ein Gesicht. Dabei ist es uns wichtig, transparent zu sein: Die Protagonisten unserer Filme – Dieter, Anna, Alexander und Daniel – sind fiktive Charaktere. Doch ihre Geschichten sind erschütternd real. Die Drehbücher entstanden aus zahlreichen realen Interviews und Gesprächen, die wir mit tatsächlich betroffenen Soldaten, Veteranen und deren Angehörigen geführt haben.
Die Figur des Dieter Walz steht stellvertretend für jene, die aus dem Einsatz zurückkehren und merken, dass sich „alles im Leben verändert hat“. Er verkörpert das reale Phänomen, Gefühle und Ängste tief zu begraben, bis der Druck in Depressionen, Flashbacks oder aggressiven Wutausbrüchen entweicht. Seine Geschichte zeigt, wie sich Betroffene oft vollständig abkapseln und innerlich tot fühlen.
PTBS und einsatzbedingte Belastungsstörungen treffen nie nur den Soldaten allein. Wir haben die realen Erfahrungen von Ehepartnern in der Figur der Anna Schmidt gebündelt. Sie zeigt, wie Angehörige unter der "Gefühlskälte" und den Wesensveränderungen ihrer Partner leiden, oft bis zur eigenen Erschöpfung und zu Albträumen. Die Szene, in der ihr Mann dem Druck ein Ende setzen will, spiegelt die dramatische Realität wider, mit der manche Familien konfrontiert sind.
Besonders berührend ist die Perspektive der Kinder, dargestellt durch den Sohn des fiktiven Vaters Alexander Habermann. Er gibt all jenen Kindern eine Stimme, die sich fragen, warum sie ihren Vater nicht mehr umarmen dürfen oder ob sie selbst schuld an dessen Wut sind. Alexander selbst zeigt den inneren Kampf eines Vaters, der seine Familie liebt, aber aufgrund seiner Erkrankung die Kontrolle verliert.
Auch der Experte in unseren Filmen, Daniel Kunz, basiert auf fachlicher Realität. Seine Erklärungen verdichten therapeutisches Wissen verständlich: Er vergleicht das Trauma mit einem "Schuss auf die Seele" und einem Puzzle im Kopf, das durcheinandergeraten ist. Seine Botschaft an alle real Betroffenen ist klar: Es ist ein Zeichen von Stärke, die „emotionale Schutzmaske“ abzulegen und sich Hilfe zu suchen.
Diese Kampagne ist ein Gemeinschaftswerk, das auf breiter Expertise fußt. #UnsichtbaresLeid ist eine Idee von Angriff auf die Seele e. V. und die drei ersten Filme entstand in enger Kooperation mit dem Projekt „Mutmacher – Stark für Bundeswehrfamilien“ der Deutschen Härtefallstiftung sowie der Katholischen Familienstiftung für Soldaten.
Um die fachliche Richtigkeit der dargestellten Symptome und Therapiewege zu gewährleisten, erfolgte eine begleitende Beratung durch das Psychotraumazentrum der Bundeswehr am Bundeswehrkrankenhaus Berlin. Alle beteiligten Organisationen sind Partner im „Netzwerk der Hilfe“ der Bundeswehr. Die professionelle filmische Umsetzung der Drehbücher erfolgte in Zusammenarbeit mit der Berliner Agentur C3 Creative Code and Content GmbH.
Wir haben uns für diesen filmischen Weg entschieden, um die anonymen Schicksale greifbar zu machen, ohne einzelne Personen bloßzustellen. Für diese sensible und wirkmächtige Umsetzung der Kampagne wurden wir mit dem German Brand Award 2024 ausgezeichnet. Dieser Preis bestätigt uns und unsere Partner darin, weiterzumachen und das Unsichtbare sichtbar zu machen.
Erkennen Sie sich oder Ihre Angehörigen in diesen Geschichten wieder? Sie sind nicht allein.
c/o Psychotraumazentrum der Bundeswehr
Scharnhorststr. 13
10115 Berlin
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