Bilanz und Projektübersicht 2025/2026 des Vereins Angriff auf die Seele e. V.

Dieser Artikel fasst die Projekte, Veranstaltungen und Erfolge des Vereins „Angriff auf die Seele e. V.“ der vergangenen sechzehn Monate zusammen. Er bietet einen klaren Überblick über die umgesetzten Hilfsangebote, unsere Präsenz bei Veteranenveranstaltungen sowie die Ausweitung unserer digitalen und therapeutischen Infrastruktur für Einsatzgeschädigte und deren Angehörige.

Übersicht der Themen in diesem Artikel:

  1. Ein ganzes Jahresprogramm in dreieinhalb Monaten
  2. Präsenz bei Veranstaltungen für Veteranen
  3. Berliner Psychotraumakolloquium 2026: Ein starker Neustart
  4. Digitale Hilfe, die ankommt
  5. Danke – und ein Wort an den Deutschen Bundestag

1. Ein ganzes Jahresprogramm in dreieinhalb Monaten

Weil der Bundeshaushalt 2025 erst im September beschlossen wurde, blieb uns für das gesamte Projektjahr nur die Zeit von Mitte September bis Ende Dezember. In diesen dreieinhalb Monaten haben wir gemeinsam mit unseren ehrenamtlichen Projektverantwortlichen elf Projekte umgesetzt. Darauf sind wir stolz.

Partnerinnen einsatzgeschädigter Soldaten fanden beim Seminar „Pfad der Erkenntnis“ in Bad Saarow einen geschützten Raum: Sie lernten, wie Wut, Angst und Trauer im Gehirn entstehen – und wie man ihnen im Alltag begegnet. Beim Seminar „Meine Zeit“ in Templin tankten Mütter Kraft, während ihre Kinder nebenan liebevoll betreut wurden. Zwei Wochenenden am Döllnsee brachten Angehörige zusammen, die sich bis dahin nur aus unserer Online-Gruppe kannten; eines davon wurde vom Psychotraumazentrum der Bundeswehr wissenschaftlich begleitet. In der Lüneburger Heide arbeiteten vier Paare mit Pferden an dem, was eine Einsatzfolgestörung in einer Beziehung am meisten beschädigt: Vertrauen und Kommunikation.

Achtzehn Paare haben an unserer neuen Online-Partnerschaftsberatung teilgenommen – zehn Stunden professionelle Begleitung, unabhängig vom Wohnort und damit wie gemacht für Familien, die Versetzungen und lange Trennungen kennen. Die erste Auswertung zeigt deutlich: Die Paare streiten konstruktiver und reden wieder miteinander. Das Projekt wurde unter anderem auf dem DGPPN-Kongress und im Bundesministerium der Verteidigung vorgestellt und stieß auf großes fachliches Interesse.

Erstmals haben wir auch an die gedacht, die sonst immer für andere da sind: Helfer wie z.B. aus dem Sozialdienst der Bundeswehr nahmen sich in einer viertägigen Auszeit – Raum für Beratung und Selbstfürsorge. Ihre Rückmeldung: „echte Entlastung“.

Unser Kinderbuch „Flaschenpost vom Leben“ mit Mut-Geschichten für Kinder aus belasteten Familien wurde neu aufgelegt. Die vier Filme unserer ausgezeichneten Kampagne #InvisibleSuffering liegen nun auch in englischer, ukrainischer und französischer Fassung vor. Dazu kommen drei neue Flyer und ein vierteljährlicher Newsletter.

2. Veteranenarbeit

Als Deutschland am 15. Juni 2025 seinen ersten Nationalen Veteranentag beging, standen wir mit einem eigenen Stand direkt am Reichstagsgebäude – und zeigten zum ersten Mal unseren vierten Film: #UnsichtbaresLeid aus der Sicht eines Kindes. Er wurde innerhalb weniger Tage tausendfach geteilt. 2026 waren wir wieder dabei, und das Motto „Veterans, Family und Friends“ hätte unser eigenes sein können: Wer Soldatinnen und Soldaten stärken will, muss ihre Familien mitdenken.

Bei der Lotsentagung in Bad Wildungen, beim Landeskommando Sachsen und beim social services haben wir unsere Arbeit denen vorgestellt, die Betroffene vor Ort begleiten. Im Netzwerk der Hilfe des Verteidigungsministeriums bleiben wir ein aktiver Partner.

3. Berliner Psychotraumakolloquium 2026: Ein starker Neustart

Ein Höhepunkt war das Berliner Psychotraumakolloquium vom 9. bis 11. September 2026. Nach Jahren als Kooperationspartner waren wir erstmals selbst Veranstalter; die wissenschaftliche Leitung lag beim Psychotraumazentrum der Bundeswehr. Unter dem Leitmotiv „#MentalStark in der Zeitenwende“ kamen rund 200 Fachleute aus Bundeswehr, zivilen Kliniken und Wissenschaft in Berlin zusammen, weitere verfolgten die Hauptvorträge im Livestream – das bislang größte Kolloquium.

Besonders bewegend waren die Beiträge aus der Ukraine, die die GIZ als hervorragender Partner koordinierte. Eigene Workshops widmeten sich der Situation der Angehörigen. Angekündigt wurde außerdem ein neuer Wissenschafts- und Innovationspreis für Projekte, die Forschung und praktische Versorgung verbinden. An diesen Neustart wollen wir anknüpfen – gerne auch mit weiteren Partnern.

4. Digitale Hilfe, die ankommt

Anmeldung und Organisation des Kolloquiums liefen vollständig über unsere neue Online-Plattform für Veranstaltungsmanagement – ein Projekt aus dem Jahr 2025, das sich sofort bewährt hat. Die Vollversammlung des Netzwerks der Hilfe mit rund 50 bundeswehrnahen Organisationen wird jetzt auch über unser System organisiert.

Unsere Webseite zählte in den vergangenen zwölf Monaten fast 20.000 Besucherinnen und Besucher. Am häufigsten genutzt wird der anonyme PTBS-Selbsttest: Seit 2020 wurde er knapp 43.000 Mal ausgefüllt, allein seit Mai 2025 rund 3.500 Mal. Über „Rat vom Fachmann“ beantworten bundeswehrerfahrene Psychotherapeuten ehrenamtlich und vertraulich persönliche Fragen. Und in unserer Therapeutensuche PTSD-BW.de sind inzwischen 69 Praxen verzeichnet, die Bundeswehrangehörige behandeln – 18 mehr als im Vorjahr.

5. Danke – und ein Wort an den Deutschen Bundestag

Auf der Mitgliederversammlung am 24. September 2026 im Bundeswehrkrankenhaus Berlin hat der Vorstand Bilanz gezogen. Hinter uns liegen sechzehn Monate, in denen wir mehr Menschen erreicht haben als je zuvor – Einsatzgeschädigte, ihre Partnerinnen und Partner, ihre Kinder und diejenigen, die ihnen täglich helfen.

Hinter jedem dieser Projekte stehen Menschen, die ihre Freizeit einsetzen: Therapeutinnen, Dozenten, Kinderbetreuerinnen, Organisatoren. Ihnen gilt unser erster Dank – ebenso unseren Partnern, allen voran dem Psychotraumazentrum der Bundeswehr, dem Sozialdienst, den Lotsinnen und Lotsen für Einsatzgeschädigte, der Soldaten- und Veteranenstiftung und der Militärseelsorge.

Ausdrücklich danken wir den Abgeordneten und dem Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages. Ihre Entscheidung, unsere Arbeit zu fördern, verwandelt sich unmittelbar in Wochenenden, an denen Familien wieder zueinanderfinden, in Beratungsstunden, in Bücher für Kinder. 2026 konnten wir wieder elf Projekte planen – darunter erstmals ein Seminar für betroffene Väter mit ihren Kindern und ein Buch für die Kleinsten.

Die Bundeswehr wächst, ihre Aufgaben werden fordernder, und mit ihr wächst die Zahl der Familien, die Belastungen mittragen. Wir wollen für sie da sein – verlässlich, unabhängig und nah an den Menschen.

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Copyright © 2026, Attack on the Soul Association.
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